EfsliT Workshop „Trauma-informed interpreting“ July 16th, 2025

I had the honor of being invited to introduce my colleagues from all over Europe, and especially Poland, into Trauma-informed interpreting in Warsaw for a day. The approach taken in this workshop focuses on improving the quality of our interpretation and teaching practice by fostering the quality of our relationships to our customers, to our students and to ourselves. Different kinds of trauma are implicit in our interactions and shape our physical, mental and emotional state, impacting both our understanding of our source text and our production of our target text. This workshop suggests frameworks, tools and skills to notice this impact and deliberately fine-tune our relationships to benefit the skopos of the interaction within the value-system of our honorary code. If you are interested in hosting me for a similar workshop, please write me.

EFSLI Turin 2024 – Tag 3

Dr. Isabelle Heyerick, Irland und Belgien, trägt vor über die Nachhaltigkeit unserer Profession: halten wir diejenigen Kolleg:innen, die eine Ausbildung gemacht haben, auch tatsächlich im Berufsleben? Warum machen Gebärdensprachdolmetscher:innen eine Ausbildung oder ein Studium und arbeiten dann gar nicht als solche? Was hat es auf sich mit dem so genannten „Dolmetschermangel“? Bevor Isabelle beginnt, gibt es zwei kurze Videos von tauben Vertreter:innen der Community, die bestätigen, dass dieses Forschungsprojekt für sie unterstützenswert ist. Das Projekt ist angelegt als eine belgische, landesweite Umfrage. Von 445 arbeiten 194 überhaupt als GSD, davon 48 Vollzeit (etwa 700 Dolmetschstunden pro Jahr). Bedarf nach Behördenrechnung: 123,000 Stunden (nach meiner Rechnung wären 2/3 des Bedarfs nicht abgedeckt). Woran liegt das? Müssen wir wirklich mehr ausbilden oder eher schauen, dass die Arbeitsbedingungen so gestaltet sind, dass sie tatsächlich gut und gerne – und vor allem nachhaltig – arbeiten können. 217 GSD haben an der Umfrage teilgenommen. Davon 91% hörend 6.9 taub, rest schwerhörig und nicht angegeben. Davon 91% weiblich, 8% männlich rest ohne Angabe. Die am höchsten vertretene Altersgruppe ist 31-40 Jahre alt. 

Von den Gründen für Absolvent:innen überhaupt nicht in den Beruf einzusteigen, sind die drei relevantesten: „Ich denke, ich bin noch nicht bereit dazu“;“ die Selbständigkeit hält mich davon ab“, „ich kann den Beruf nicht mit meinem anderen Job oder mit der Familie zusammenbringen“. Gründe für die Reduktion der Dolmetschzeit sind hauptsächlich: „Unvereinbarkeit mit der Familie“,“ eine andere berufliche Orientierung“, „fehlende finanzielle Absicherung“. Gründe für den Berufsausstieg sind: „Unvereinbarkeit von Beruf und Familie“ und „negative Work-Life-Balance“. Folgendes würde GSD zum Wiedereinstieg oder zur Erhöhung ihrer Arbeitszeit zu motivieren: „die persönlichen Lebensumstände müssen passen“, „die Bezahlung müsste besser sein, Vorbereitungs- und Reisezeit müssten berücksichtigt werden“, „Mentoring“, „Anstellung“, „Höhere Bezahlung für Arbeit am Wochenende, Feiertags und Abends“, „Fortbildungspflicht“, „bessere Fortbildung“, „höhere Wertschätzung“ und „mehr Bewusstsein bei allen beteiligten Gruppen über die Relevanz der Arbeit“. Folgende Maßnahmen würden den Berufseinstieg besser möglich machen: „soziale und finanzielle Absicherung (bei Elternschaft, bei Krankheit, Arbeitslosenversicherung, bei Carearbeit)“; „mehr Sicherheit“, „bessere Fortbildung in den Arbeitssprachen“, „Unterstützung bei unterschiedlichen Aspekten wie Technik und Verwaltung“, „passende Rentengestaltung“. Der hauptsächliche Grund, aus dem diejenigen, die Vollzeit arbeiten, dabei bleiben, ist die persönliche Zufriedenheit, die man wohl auch Berufung nennen könne. Hier kann man jetzt schon im Detail die Studie einsehen, demnächst auch auf Englisch.

Als Fazit nennt Isabelle ganzheitlich orientierte, individualisiertere Maßnahmen, die ausgerichtet sind an den Bedarfen eines Berufs, in dem vornehmlich Frauen arbeiten, die auf die Rente zugehen. Diese Umfrage und ihre Ergebnisse beziehen sich auf Belgien, Isabelle empfiehlt, im eigenen Land diese Bedarfe zu erfassen. Ich gehe davon aus, dass die Ergebnisse sehr ähnlich ausfallen würden, was denkt ihr? Ich habe Isabelle in einem persönlichen Gespräch gefragt, wie ich alle Leute um mich herum wissen lassen kann, wie sehr ich meinen Beruf liebe. Das zu tun, vor allem den sozialen Medien, hätte eine hohe Selbstpräsenz und die Erregung hoher Aufmerksamkeit zur Folge. Ich vermisse ein Format, in dem ich das unverfänglich und vereinbar mit meinem Ehrencodex in die Welt tragen kann. Sie meint: Lass uns gemeinsam daran arbeiten. Habt ihr Ideen dazu?

Dc. Res. Karolien Gerbers möchte, dass wir unsere Positionalität als GSD im Kontext eines soziokonstruktivistischen und diversitätskritischen Ansatzes reflektieren lernen und empfiehlt visuelle Methoden dazu. In einfachen Worten: Wer bin ich als Dolmerscher:in, was macht meine Identität aus? Wenn ich darüber nachdenke, wie kommen meine anderen miteinander Identitäten ins Zusammenspiel? Denken wir dann über unsere biases nach? Über komplexe Dynamiken von Unterdrückung und Privilegien und unsere Beteiligung an ihnen? Um das in ihren Workshops zu erfassen, benutzt sie kunstpädagogische Methoden z. B. Bilder oder Mindmaps mit Fragestellungen, welche die Selbsterfahrung in spezifischen Arbeitssituationen betreffen. Sie lässt Soziogramme anfertigen. Im Debriefing wird dann nachgefragt: Was fällt dir auf, wenn du Dein Bild betrachtest? Was kannst du aus den Verhältnissen von Nähe und Distanz im Soziogramm lesen? Welche Wortwahl und welche Sprache verwenden wir, um über bestimmte Gruppen und in bestimmten Anlässen zu reden? Zusammenfassend bieten visuelle Reflexionsmethoden ein lohnendes Medium, als Gesprächsgrundlage, um uns über unbequeme und tiergehende Themen auszutauschen. Literaturtipps: Blair Imani, Read This To Get Smarter: About Race, Class, Gender, Disability and More. Penguin Random House, 2021, und Megan Pillow and Roxane Gay, Do The Work. Leaping Hare, 2024. Ausserdem folgende Blogtipps: Acadeafics und Not the angry Deaf person

Fortbildung für Coda- und taube DolmetscherInnen 8. und 9. Juli 17

drittkultur„Drittkultur und Professionalität“
Mit Oya Ataman und Isabella Rausch in Berlin. Anmeldung hier.

am Sa. 08.07.2017 – 10:00 – 17:00 Uhr (1,5 Std. Mittagspause) am So. 09.07.2017 – 9:00 – 15:00 Uhr (1 Std. Mittagspause)

Dieses 2-tägige Wochenendseminar ist zugeschnitten auf CODA- und taube Dolmetscher-/innen. Miteinander reflektieren die Teilnehmer, was das Aufwachsen in der Taubengemeinschaft für sie als Dolmetscher mit sich bringt. Denn wer sich in der Zeit der persönlichen Reifung zwischen zwei oder mehreren Kulturen bewegt, erwirbt eine eigene, dritte Kultur. Je nach individueller Sozialisierung birgt diese Erfahrung Chancen und gleichzeitig Risiken. Seit Ruth van Reken und David Pollock 1999 das Phänomen der Third Culture Kids beschrieben haben, entwickelt sich eine globale Bewegung.

Die Berliner Gebärdensprachdolmetscherin Oya Ataman erweiterte van Rekens Beschreibung um Kindeitserfahrungen der Taubengemeinschaft. Durch Vorträge, in Einzel- und Gruppenarbeiten entdecken die Teilnehmer sich selbst im neuen Licht, erörtern und festigen im beruflichen Kontext unsere eigene Drittkultur. Ihre Wiener Kollegin Isabella Rausch leitet den psychotherapeutischen Teil des Seminars mit Übungen zur Reflexion und Auseinandersetzung mit sekundärem Trauma in unserem beruflichen Alltag. Zum Beispiel sind Settings, in denen Traumata der Gesprächsteilnehmer/-innen buchstäblich nur durch unsere Körper zur Sprache kommen, enorm belastend.

Durch bewusst gesetzte Grenzen kann das Verinnerlichen von traumatischen Erzählungen Anderer vermieden werden. Wir lernen Strategien kennen, die uns in brenzligen Situationen helfen, unsere eigene Traumata selbstgesteuert deaktiviert zu lassen.

Burn Out wird durch extremen emotionalen und physischen Stress verstärkt. Wenn wir unsere eigenen Grenzen schützen, schützen wir uns davor auszubrennen und können diesen wunderbaren Beruf viele Jahre ausüben.
Daher widmen die Dozentinnen dem bewussten Umgang mit sekundären Traumata besondere Aufmerksamkeit. Gerade die mögliche Verletzlichkeit, die Mitglieder einer unterdrückten Kultur entwickeln können, lernen die Teilnehmerinnen als Ressource zu nützen und in innere Stärke zu transformieren. In dieser Stärke gedeiht Resilienz, Dialogfähigkeit und Integrität, grundlegende Eigenschaften zur Entwicklung von Professionalität, langfristigen beruflichen Erfolg und Freude an der Arbeit.

Isabella Rausch und Oya Ataman sind international erfahren und mehrsprachig. Um einerseits eine optimale Teilnehmerzahl zu erreichen,

die für die Gruppenarbeit nötig ist und andererseits den Teilnehmer/-innen die Reflexion mit Kolleginnen zu ermöglichen, die sie noch nicht kennen, wird das Seminar im gesamten deutschsprachigen Raum ausgeschrieben.

Die Seminarsprache ist DGS und orientiert sich auch an den individuellen Sprachen der Teilnehmerinnen ÖGS, DSGS und IS.

EFSLI Athens 2016: Interpreting for Refugees

At the EFSLI conference in Athens 2016, Ege Karar and I presented on the strategies we found and the challenges we encountered during our trainings on interpreting for migrants and refugees. You can download the pdf here. Title: Deaf and Hearing Interpreters With and Without Experience with Deaf Refugees.

Abstract: Interpreting for deaf refugees is extremely demanding regarding emotional investment, linguistic and strategic versatility of the interpreters and the collaboration between the participants in the setting. Eye Karar, Deaf Interpreter, and his hearing colleague Oya Ataman, both Turkish-born immigrants to Germany, have been training Sign Language interpreters and Integration officers for working with refugees. They are presenting salient aspects of working in this highly sensitive setting. They will illustrate typical pitfalls and explore strategic ways out.

  • The intercultural differences and synergies between refugees of deeply religious Christian and Muslim backgrounds in a Christian-secular legal environment.
  • The power differentials between the host and refugee culture and within the respective cultures regarding ableism and sexism.
  • The collaboration between deaf and hearing interpreter on then hand, the interpreters and the other participants on th other.
  • Implications for the Code of Ethics.

The presentation is aimed both at practitioners who work in this setting and interpreter trainers looking for pedagogic methods to tackle the subject.

Iconicity and Arbitrariness

How does iconicity in signed languages work? Christian Cuyac and Marie-Anne Sallandre offer a close look at iconicity using LSF as an example in their paper „Iconicity and arbitrariness in French sign language-highly iconic structures, degenerated iconicity and diagrammatic iconicity„.

 

Sebnem Bahadir: Interpreting Enactments

Interpreting EnactmentsHow do you train your intercultural competence  in a protected space without the unexpected intrusion of the Other? Sebnem Bahadir developed a method of role-play for interpreter trainings, drawing from anthropology, performance and translation studies. This English-language interview on youtube will introduce you to her. You will find her approach in her numerous papers available online such as this one: „The task of the interpreter in the struggle of the other for empowerment: Mythical utopia or sine qua non of professionalism?“ in Translation and Interpreting Studies 5(1):124-139 · March 2010 available via ResearchGate, and of course, in her book written in German and English Dolmetschinszenierungen, SAXA Verlag, 2010 (ISBN-10: 3939060240, ISBN-13: 978-3939060246). Unfortunately, the book is not available on sale any more but your library will find it for you.

Ege and I are using this method in our trainings with enthusiasm and would love to discuss it with you.

Interpreting for Deaf Refugees: UNHCR Self-Study Modules

UNHCR Self Study Module 3Please discuss with us the self-study modules provided by the UNHCR available online.

Module 2: Refugee Status Determination

Module 3: Interpreting in a Refugee Context

Participants of our trainings are invited to ask questions, comment and discuss in this password-protected post.