inDialog 15: Yvonne E. Waddell über Kommunikationsstrategien in der Psychiatrie

Yvonne E. Waddell, schottische Gebärdensprachdolmetscherin (BSL) hat im Rahmen einer Doktorarbeit die Zusammenarbeit zwischen einer Gebärdensprachdolmetscherin (Yvonne E. Waddell) und einem Pfleger in der Psychiatrie über drei Monate untersucht.

In der Psychiatrie wird die Diagnose zu großen Teilen anhand von Gesprächen erstellt, bei denen sowohl den sprachlichen, wie auch den nichtsprachlichen Anteilen eine große Bedeutung zukommt. Das medizinische Personal in der Psychiatrie ist fast ausschließlich hörend und somit bei tauben Patienten auf Dolmetscherinnen angewiesen.

In dem untersuchten Setting hatte der Psychiatrie-Pfleger Grundkenntnisse in BSL. Ihm war es wichtig, die Patienten selber zu begrüßen und die Einführung zu übernehmen, um dann gemeinsam mit dem Patienten zur Dolmetscherin zu gehen. Die Dolmetscherin übersetzte, wie sie das gewohnt war, kulturell; so dass sie z.B. bei einer Aufzählung von Freizeitaktivitäten „Musik hören“ mit „Fernsehen“ ersetzte. Hier stellte sich bei der Nachbesprechung eines Gesprächs heraus, dass der Pfleger mitunter bewusst solche Dinge sagt, um eine Reaktion bei den Patienten zu provozieren. In dem Fall ist die sonst angemessene kulturelle Übersetzung nicht zielführend. Hier ist es wichtig, dass die Ziele von Pfleger und Dolmetscherin übereinstimmen und transparent sind. Als sehr wichtig wurde weiterhin erachtet, dass die Dolmetscherin dem Pfleger linguistische Auffälligkeiten und nonverbale Gesprächselemente mitteilt, so dass ihm diese Informationen nicht entgehen. So z.B. ein sehr kleiner Gebärdenraum, der lautsprachlich möglicherweise mit einer leisen Stimme korreliert.

Wichtig sei ein Vertrauensverhältnis zwischen Pfleger und Dolmetscherin. Die Dolmetscherin muss sprachliche und nichtsprachliche Besonderheiten weitergeben. Der Pfleger muss der Dolmetscherin seine Ziele mitteilen und mitunter mehr Zeit geben, um den Patienten Inhalte zu vermitteln. Um das zu gewährleisten sind Vor- und Nachgespräche zwischen Pflegepersonal und Dolmetscherinnen unerlässlich.

Originaltitel des Vortrags: „Exploring Communication Strategies of a Psychiatric Nurse Working with an Interpreter in Mental Health“

Antje Schidlowski, Gebärdensprachdolmetscherin aus Berlin. antje.schidlowski@arcor.de

 

InDialog 15: Pat Isaacs über Schulungen von Krankenhauspersonal

Pat Isaacs, General-Manager an einem großen Krankenhaus in London und Gebärdensprachdolmetscherin (BSL), über Schulungen für Krankenhauspersonal hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Dolmetscherinnen.

Thema ihres Vortrags ist das face to face- und das Telefondolmetschen im Krankenhaus. Die Ausbildung der Dolmetscherinnen für dieses Setting sei geschafft, nun muss das Krankenhauspersonal geschult werden, das mit (Gebärdensprach-) Dolmetscherinnen zursammenarbeit. Das Personal muss über die Möglichkeit, eine Dolmetscherin (direkt oder per Telefon) hinzuzuziehen informiert sein und auch im Hinterkopf haben, dass Kommunikation sehr weit gefasst werden kann. So ist es z.B. auch möglich per E-Mail oder auf andere Art schriftlich zu kommunizieren. Auch ein Gesichtsausdruck kommuniziert etwas. Wichtig ist, dass Ärzte und Ärztinnen die Patienten direkt ansprechen und nicht die Dolmetscherinnen.

Die angebotenen Schulungen für das Krankenhauspersonal sollten in Zukunft verpflichtend sein und von Fachleuten, die sich auf dem Gebiet gut auskennen, durchgeführt werden. Schwierig ist es, u.a. aufgrund der hierarchischen Strukturen in Krankenhäusern, die Ärzte und Ärztinnen zu erreichen. Möglicherweise sei es hier sinnvoller, schon während des Medizin-Studiums entsprechende Kurse anzubieten. Von den Krankenschwestern und –pflegern und anderen Angestellten werden die Schulungen gut angenommen. Ziel ist es, die Patienten bestmöglich zu versorgen. Um das zu erreichen, muss eine reibungslose Kommunikation gewährleistet sein.

Originaltitel des Vortrags: „Training the Users“

Antje Schidlowski, Gebärdensprachdolmetscherin aus Berlin. antje.schidlowski@arcor.de

WASLI 2015 pre-conference workshop – Interpreting for Deaf Migrants: Challenges and Strategies. The Example of Deaf Turks in Germany

Presenters: Hatice Yildirim-Dähne, Ege Karar, Dr. Okan Kubus and Oya Ataman

Abstract: Our workshop explores asymmetries of power and culture in community interpreting settings involving Deaf, Turkish and German cultures. We invite discussion of colleagues’ strategies and experiences in interpreting for minorities. We suggest ideas for: (i) dealing with a Code of Ethics that may not fit minority cultures, (ii) training specific to our needs; (iii) cross-country professional networking that does not rely on English and IS. As a method, we are using Interpreting Enactments developed by Dr. Sebnem Bahadir.

To view the slides of this workshop, download them here.

To view evaluation videos of participants click here: IS, DGS

If you would like to participate in a similar workshop in IS/English, DGS/German or TID/Turkish please contact us.

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„Reinvent Yourselves“: Subversive Online Interpreting Tools

This talk is my part of a paper given together with Mark Zaurov at the Gallaudet Symposium 2014. Since I am unable to be at the conference site, Mark agreed to present our paper by himself. (Thank you so much, Mark!) If you have any questions, objections or simply agree with me, this post is the right spot to get in touch and discuss. Please note that you need to sign up with wordpress to be able to comment to the post (free). You can view or download the Powerpoint in pdf here. Oya Ataman Gallaudet14 Blog