EFSLI Turin 2024 – Socializing

Der eigentliche Grund, warum ich so gerne bei EFSLI bin sind sowohl die Vorträge, als auch das Socializing und das Networking. Es macht mir solche Freude, die Kolleg:innen wiederzusehen! Silke Brendel-Evans, Juliane Rode und ich wohnten in einer schnuckeligen Altbauwohnung im Zentrum neben der besten Eisdiele der Stadt: Gelateria Siculo.

Sich wirklich zu sehen und sich zu unterhalten, das ist selten. Unsere Seelen leuchten auf in der Begegnung, einge-bettet in eine gleichermassen intellektu-ellen wie herzenswarmen Umgebung. Dabei hilft es, dass EFSLI stets vor der Kulisse der schönsten europäischen Städte stattfindet. Dieses Jahr sind wir in Torino – und ich komme sicher wieder zurück. Ich hatte das große Glück, dieses Jahr zum ersten Mal mit meiner Schwester Ajda Loncarevic hier zu sein. 

Oya und Ajda lächeln in die Kamera. Zwischen Ihnen ist ein Schild der Konferenz mit dem blauen Logo von ANIMU und "EFSLI Torino 2014"

Ajda ist als Networkerin für Verbavoice unterwegs und sagt über ihre Eindrücke: “Ich war beeindruckt, dass ich eine Community vorgefunden habe, in der ich mich gleich willkommen fühlte. Ich war mit meiner Kollegin da, die nicht DGS, geschweige denn IS kann, aber alle haben darauf Rücksicht genommen und beim Gebärden für sie mitgesprochen. Wir hatten besonders am Galatisch erleuchtende Gespräche, zum Beispiel darüber, dass es Gesten gibt, die in einem Land ganz schlimmen Tabugebärden ähneln und in einem anderen völlig ernsthaften Begriffen zugrundeliegen. Die Unterschiede im gesellschaftlichen Status der Profession in den jeweiligen Ländern sind so stark, habe ich da erfahren, weil an unserem Tisch allein schon Kolleg:innen aus fünf Ländern vertreten waren, die sowohl in der Forschung, als auch in der Praxis tätig sind. Es war ja mein Ziel, zu Netzwerken und einen Blick über den deutschen Tellerrand hinaus zu wagen. Unsere Arbeitswelt wird immer globalisierter, multilingualer, multimodaler und technisierter. Dienstleistungen zum Abbau sprachlicher Barrieren müssen diese Herausforderungen daher auch pro-aktiv angehen. Ich habe viel darüber erfahren, was Dolmetschende brauchen, um gut und gerne zu arbeiten. Ich möchte auf jeden Fall regelmäßig dabei sein.” Save the Date: 12. – 14. September 2025 EFSLI in Lissabon.

EFSLI Turin 2024 – Tag 3

Dr. Isabelle Heyerick, Irland und Belgien, trägt vor über die Nachhaltigkeit unserer Profession: halten wir diejenigen Kolleg:innen, die eine Ausbildung gemacht haben, auch tatsächlich im Berufsleben? Warum machen Gebärdensprachdolmetscher:innen eine Ausbildung oder ein Studium und arbeiten dann gar nicht als solche? Was hat es auf sich mit dem so genannten „Dolmetschermangel“? Bevor Isabelle beginnt, gibt es zwei kurze Videos von tauben Vertreter:innen der Community, die bestätigen, dass dieses Forschungsprojekt für sie unterstützenswert ist. Das Projekt ist angelegt als eine belgische, landesweite Umfrage. Von 445 arbeiten 194 überhaupt als GSD, davon 48 Vollzeit (etwa 700 Dolmetschstunden pro Jahr). Bedarf nach Behördenrechnung: 123,000 Stunden (nach meiner Rechnung wären 2/3 des Bedarfs nicht abgedeckt). Woran liegt das? Müssen wir wirklich mehr ausbilden oder eher schauen, dass die Arbeitsbedingungen so gestaltet sind, dass sie tatsächlich gut und gerne – und vor allem nachhaltig – arbeiten können. 217 GSD haben an der Umfrage teilgenommen. Davon 91% hörend 6.9 taub, rest schwerhörig und nicht angegeben. Davon 91% weiblich, 8% männlich rest ohne Angabe. Die am höchsten vertretene Altersgruppe ist 31-40 Jahre alt. 

Von den Gründen für Absolvent:innen überhaupt nicht in den Beruf einzusteigen, sind die drei relevantesten: „Ich denke, ich bin noch nicht bereit dazu“;“ die Selbständigkeit hält mich davon ab“, „ich kann den Beruf nicht mit meinem anderen Job oder mit der Familie zusammenbringen“. Gründe für die Reduktion der Dolmetschzeit sind hauptsächlich: „Unvereinbarkeit mit der Familie“,“ eine andere berufliche Orientierung“, „fehlende finanzielle Absicherung“. Gründe für den Berufsausstieg sind: „Unvereinbarkeit von Beruf und Familie“ und „negative Work-Life-Balance“. Folgendes würde GSD zum Wiedereinstieg oder zur Erhöhung ihrer Arbeitszeit zu motivieren: „die persönlichen Lebensumstände müssen passen“, „die Bezahlung müsste besser sein, Vorbereitungs- und Reisezeit müssten berücksichtigt werden“, „Mentoring“, „Anstellung“, „Höhere Bezahlung für Arbeit am Wochenende, Feiertags und Abends“, „Fortbildungspflicht“, „bessere Fortbildung“, „höhere Wertschätzung“ und „mehr Bewusstsein bei allen beteiligten Gruppen über die Relevanz der Arbeit“. Folgende Maßnahmen würden den Berufseinstieg besser möglich machen: „soziale und finanzielle Absicherung (bei Elternschaft, bei Krankheit, Arbeitslosenversicherung, bei Carearbeit)“; „mehr Sicherheit“, „bessere Fortbildung in den Arbeitssprachen“, „Unterstützung bei unterschiedlichen Aspekten wie Technik und Verwaltung“, „passende Rentengestaltung“. Der hauptsächliche Grund, aus dem diejenigen, die Vollzeit arbeiten, dabei bleiben, ist die persönliche Zufriedenheit, die man wohl auch Berufung nennen könne. Hier kann man jetzt schon im Detail die Studie einsehen, demnächst auch auf Englisch.

Als Fazit nennt Isabelle ganzheitlich orientierte, individualisiertere Maßnahmen, die ausgerichtet sind an den Bedarfen eines Berufs, in dem vornehmlich Frauen arbeiten, die auf die Rente zugehen. Diese Umfrage und ihre Ergebnisse beziehen sich auf Belgien, Isabelle empfiehlt, im eigenen Land diese Bedarfe zu erfassen. Ich gehe davon aus, dass die Ergebnisse sehr ähnlich ausfallen würden, was denkt ihr? Ich habe Isabelle in einem persönlichen Gespräch gefragt, wie ich alle Leute um mich herum wissen lassen kann, wie sehr ich meinen Beruf liebe. Das zu tun, vor allem den sozialen Medien, hätte eine hohe Selbstpräsenz und die Erregung hoher Aufmerksamkeit zur Folge. Ich vermisse ein Format, in dem ich das unverfänglich und vereinbar mit meinem Ehrencodex in die Welt tragen kann. Sie meint: Lass uns gemeinsam daran arbeiten. Habt ihr Ideen dazu?

Dc. Res. Karolien Gerbers möchte, dass wir unsere Positionalität als GSD im Kontext eines soziokonstruktivistischen und diversitätskritischen Ansatzes reflektieren lernen und empfiehlt visuelle Methoden dazu. In einfachen Worten: Wer bin ich als Dolmerscher:in, was macht meine Identität aus? Wenn ich darüber nachdenke, wie kommen meine anderen miteinander Identitäten ins Zusammenspiel? Denken wir dann über unsere biases nach? Über komplexe Dynamiken von Unterdrückung und Privilegien und unsere Beteiligung an ihnen? Um das in ihren Workshops zu erfassen, benutzt sie kunstpädagogische Methoden z. B. Bilder oder Mindmaps mit Fragestellungen, welche die Selbsterfahrung in spezifischen Arbeitssituationen betreffen. Sie lässt Soziogramme anfertigen. Im Debriefing wird dann nachgefragt: Was fällt dir auf, wenn du Dein Bild betrachtest? Was kannst du aus den Verhältnissen von Nähe und Distanz im Soziogramm lesen? Welche Wortwahl und welche Sprache verwenden wir, um über bestimmte Gruppen und in bestimmten Anlässen zu reden? Zusammenfassend bieten visuelle Reflexionsmethoden ein lohnendes Medium, als Gesprächsgrundlage, um uns über unbequeme und tiergehende Themen auszutauschen. Literaturtipps: Blair Imani, Read This To Get Smarter: About Race, Class, Gender, Disability and More. Penguin Random House, 2021, und Megan Pillow and Roxane Gay, Do The Work. Leaping Hare, 2024. Ausserdem folgende Blogtipps: Acadeafics und Not the angry Deaf person

EFSLI Turin 2024 – Tag 2

Dr. Maya de Wit trägt vor über die Notwendigkeit für Dolmetscher:innen, sich stets fortzubilden “Eternally Qualified”. Empfohlene Literatur u. a. zur Ungleichheit zwischen Lautsprachen- und Gebärdensprachendolmetscher:innen ist Ester Monzo-Nebot und Maria Lomena-Galiano (ed): Toward Inclusion and Social justice in Institutional Translation and Interpreting: Revealing Hidden Practices of Exclusion, Routledge. Wir wollen zwar alle gute Qualität in unserer Arbeit erreichen, aber unterschiedliche beteiligte Gruppen haben unterschiedliche Prioritäten dafür, was Qualität überhaupt ausmacht. Taube Kund:innen finden Dolmetschkompetenz am wichtigsten, aber für unterschiedliche Settings gibt es unterschiedliche Prioritäten, denn bei Arztbesuchen ist Vertrauen das wichtigste, im Bildungswesen die Fähigkeit der Dolmetschenden sich anzupassen und im Arbeitskontext fundiertes Fachwissen zu haben. Hörende Kund:innen finden die Virtuosität den Lautsprachen am wichtigsten. Dolmetscher:innen selbst finden professionelle Einstellung und Virtuosität in Gebärdensprachen am relevantesten. Wie gehen wir in dieser Situation mit dem Thema Qualitätssicherung um? Wie adressieren wir diese in unseren Curricula? Im Vergleich der Europäischen Länder 2016 und 2020 stellen wir eine signifikante Zunahme von BA Studiengängen bei Abnahme von berufsbegleitenden Qualifikationen fest. Was ist nach dem Abschluss? Dazu macht Maya eine groß angelegte partizipative Umfrage, wer mehr darüber wissen möchte und auch teilnehmen möchte, abonniert am besten ihren Newsletter via Mayas Webseite.

Dc. Res. Yvonne Wedel und Dr. Rachel Mason von der Queen Margaret University in Edinburgh bieten einen berufsbegleitenden Master im Gebärdensprachdolmetschen an. Der ist komplett online, man hat aber eine Gruppe in der eigenen gebärdeten Arbeitssprache vor Ort. Der Zugang ist niederschwellig, was vorausgesetzte akademische Abschlüsse betrifft: Weder Abitur noch BA müssen nachgewiesen werden, lediglich 3 Jahre Berufserfahrung als Dolmetscher:in für gebärdete Sprachen. Allerdings muss man Englisch können, denn das ist die Unterrichtssprache. Für alle, die sich also weitere Qualifikation wünschen mit umfassenden Inhalten Weiterentwicklung von Schlüsselkompetenzen zu unserem Beruf, um sich auf den neusten Stand der Forschung bringen und sich daraufhin vielleicht zu spezialisieren oder dann sogar selber zu forschen, Dissertation zu machen, ist das ein tolles Angebot. Ein Modul (Semester) kostet 1090 Britische Pfund, Minimum sind 4 Semester in 2 Jahren, mehr darüber im Link oben.

Einblick in die Situation der Kolleg:innen in Polen gibt uns Dr. Aleksandra Kalata-Zawlocka und Kamila Skalska. Inspiriert von einem EFSLI Vortrag der Briten letztes Jahr haben sie einen Zensus gemacht, also eine Bestandsaufnahme von den jetzt arbeitenden Kolleg:innen erstellt anhand von Umfragen. Das belegte zum Beispiel, dass die meisten nebenberuflich arbeiten. Daher haben sie die Fortbildungspflicht auf die Bedürfnisse dieser Gruppe angepasst. Diese Fortbildungspflicht, die von drei Säulen getragen wird, ist verpflichtend: 1. für alle gleich, pro-aktive professionelle Entwicklung, 2. und 3. wahlweise, aktive Teilnahme in der Gehörlosengemeinschaft und Engagement im Berufsverband. Sie empfehlen allen nationalen Verbänden die Erstellung einer solchen Bestandsaufnahme.

Feierliches Abstempeln der Briefmarke gewidmet der Anerkennung der Italienischen Gebärdensprache LIS – Lingua dei Segni Italiana. Foto: Rosaria Marano, Vorsitzende des italienischen Dolmetscherverbänden ANIMU (es gibt übrigens fünf nationale Verbände) stellt die Briefmarke vor.

Prof. Jemina Napier und Prof. Alys Young aus Edinburgh: Das INForMHAA Projekt (sprich: info:ma) beschäftigt sich mit Dolmetschen in Begutachtungsverfahren für Zwangseinweisungen im Kontext des britischen Mental Health Acts von 1983. Dieses Gesetz regelt die Verfahren, die eingeleitet werden, wenn festgestellt wird, dass die betreffende Person eine akute und erhebliche Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt und als Konsequenz in eine psychiatrische Anstalt gegen ihre Willen  eingewiesen werden muss. Aber wie läuft diese Feststellung ab im Falle von gebärdensprachlichen Patient:innen? Immerhin werden diese Personen ihrer Selbstbestimmung beraubt während andere bestimmen, was gut für sie selbst sein soll. Bestimmend für einen Lösungsansatz im Umgang mit der Verantwortung innerhalb der hohen Zahl an Zwangseinweisungen ist interprofessionelle Zusammenarbeit. Dazu, ist ihr Fazit, brauchen alle beiteiligten ein Empowerment, ihre eigenen Bedürfnisse für eine gute Zusammenarbeit zu artikulieren. Hier sind die von ihnen zusammengestellten Ressourcen, um diese Zusammenarbeit zu lernen zum Runterladen.

Helen Volkes und Mark Berry aus Wales listen viele erfrischend-eingängige Beispiele zu Hearing Privilege, um uns dazu zu motivieren, uns nicht aus unseren Lorbeeren (fertige Abschlüsse) auszuruhen, und uns stets die Mühe zu machen, uns fortzubilden, um unseren Anschluss an die sich stetig verändernde – da blühend-lebendige – jeweilige Gebärdensprache(n) und Gehörlosencommuity nicht zu verlieren.

EFSLI 2024 in Turin – Tag 1

Donnerstag, 13.- Sonntag 15. 9. 2024

Programm findet ihr hier

Donnerstag, Deaf Interpreter Day: Die Konferenz beginnt mit dem Wunsch, die Vertretung von TGSD in EFSLI zu stärken. Zusammenfassend sei die Vision der Zusammenarbeit harmonisch und empowernd, man freue sich über die kommenden Änderungen mit dem Ziel, in EFSLI sowohl hörende, als auch taube Kolleg:innen zu vertreten. Dazu gehört es zB die Satzung in Richtung Barrierefreiheit und Partizipation zu ändern und in den 6-köpfigen Vorstand TGSD zu wählen. Zukunftsvisionen für EFSLI sollten in der zweiten Tageshälfte von Arbeitsgruppen entwickelt werden. Die dringendsten Aspekte der Teilnehmer:innen sind eine bessere Zusammenarbeit von GSD und TGSD als grundlegenden “Kulturwandel” und die Vorbildfunktion von EFSLI diesbezüglich, die auf nationale und regionale Berufsvertretungen einwirken soll. Ausserdem eine Hinwirkung auf mehr Diversität in unseren Reihen. Beides soll schon in den Ausbildungen angelegt sein. Unser Beitrag rückte die Rolle von KI in unserem Berufsfeld in den Vordergrund mit der Folge, dass wir unsere Berufsfelder betreffend die Trennschärfe zwischen “Übersetzen” und “Dolmetschen”, TGSD und GSD überdenken und neue Berufsfelder gemeinsam erkunden müssen. 

Die Konferenzsprachen sind durchgehend gebärdete Sprachen, International Sign und Italienische Gebärdensprache (LIS), damit sich alle Teilnehmer:innen wohl-fühlen. Lautsprachdolmetschende sind für diejenigen, die sich in International Signs unsicher sind, durchgehend via Kopfhörer für Italienisch und Englisch da. Für die Zwischengespräche sind alle angehalten, zu gebärden. Mit vielen leisen und lauten Erinnerungen klappt das immer besser :). Links ist die Gebärde für DI, Deaf Interpreter, die gerade verwendet wird.

Konferans raporu – Merve Doğan

Merve Dogan

Maya de Wit – 2nd Seminar Sign Language Interpreting on TV and Media: Türk-Alman bir öğrencinin gözünden Televizyon/Medya ve Haber Bültenlerindeki İşaret Dili Çeviri Hizmeti Hakkında Özet ve Yorum

Televizyon/medya tercümanlığını alakadar eden hususlar, bu seneki “Maya de Wit – 2nd Seminar Sign Language Interpreting on TV and Media” konferasında, dünyanın bir çok yerinden bir araya gelen İşaret dili tercümanlar ve araştırmacılar tarafından incelendi. Katılımcıların görüştüğü ve hemfikir olduğu en önemli konu, televizyon/medya tercümanlığın, tercümanlık bölümde tek başına bir bilim dalı olma gereksinimidir. Televizyon/medya tercümanlığın tek başına bir bilim dalı olarak kabul edilmesi, üniversite eğitiminde araştırmaların daha büyük önem kazanmasına yol açabilmektedir. Görüşülen ve büyük önem arz eden bir diğer konu ise, tercüman topluluğunun kendi içinde barındırdığı çeşitli azınlık grubuna mensup olan bireylerdir. Bu bireylerin yaşantıları ve tecrübeleri “beyaz” (bkz. 2. Etnik/kültürel çeşitlilik) tercümanların tecrübelerinden farklıdır. Ancak bu farklılık, topluluk icinde ve televizyon/medya alanında pek dikkate alınmamaktadır. Tercüman topluluğun büyük bir çoğunlukla beyaz tercümanlar tarafından temsil edilmesi, seminerde katılımcılar arasında büyük bir sorun olarak görüşülmüştür. Bu yorum, bilimsel bir makale yerine geçmemektedir. İşaret dili tercümanlığı okuyan bir öğrenci olarak, katılmış olduğum seminer konusunu Türk okurlara tanıtmayı amaçlıyorum. Caner Doğan’ın “Televizyon Haber Bültenlerindeki İşaret Dili Çeviri Hizmetine Yönelik Sağır Topluluğun Tutum ve Beklentileri” araştırma çalışması, kendi yorumumu ifade ederken benim için faydalı bir ilham kaynağı oldu. Yorumumu okuyanlara, Caner Doğan’ın  makalesini incelemelerini gönülden tavsiye ediyorum.

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Konferenzbericht

Auf der zweiten Konferenz zum Dolmetschen in Fernsehen und Medien kristallisierte sich zunehmend heraus, dass Dolmetschen in den Medien sich von anderen Fachgebieten wie Konferenz- oder Communitydolmetschen deutlich unterscheidet. Auch Diversität war ein Thema während der Diskussionen. Es gab Teilnehmende von Island bis Neuseeland. Ich möchte hier auf deutsch über die diesjährige Konferenz berichten. Einen extra Bericht gibt es von Merve Dogan auch auf türkisch.

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Fortbildung für Coda- und taube DolmetscherInnen 8. und 9. Juli 17

drittkultur„Drittkultur und Professionalität“
Mit Oya Ataman und Isabella Rausch in Berlin. Anmeldung hier.

am Sa. 08.07.2017 – 10:00 – 17:00 Uhr (1,5 Std. Mittagspause) am So. 09.07.2017 – 9:00 – 15:00 Uhr (1 Std. Mittagspause)

Dieses 2-tägige Wochenendseminar ist zugeschnitten auf CODA- und taube Dolmetscher-/innen. Miteinander reflektieren die Teilnehmer, was das Aufwachsen in der Taubengemeinschaft für sie als Dolmetscher mit sich bringt. Denn wer sich in der Zeit der persönlichen Reifung zwischen zwei oder mehreren Kulturen bewegt, erwirbt eine eigene, dritte Kultur. Je nach individueller Sozialisierung birgt diese Erfahrung Chancen und gleichzeitig Risiken. Seit Ruth van Reken und David Pollock 1999 das Phänomen der Third Culture Kids beschrieben haben, entwickelt sich eine globale Bewegung.

Die Berliner Gebärdensprachdolmetscherin Oya Ataman erweiterte van Rekens Beschreibung um Kindeitserfahrungen der Taubengemeinschaft. Durch Vorträge, in Einzel- und Gruppenarbeiten entdecken die Teilnehmer sich selbst im neuen Licht, erörtern und festigen im beruflichen Kontext unsere eigene Drittkultur. Ihre Wiener Kollegin Isabella Rausch leitet den psychotherapeutischen Teil des Seminars mit Übungen zur Reflexion und Auseinandersetzung mit sekundärem Trauma in unserem beruflichen Alltag. Zum Beispiel sind Settings, in denen Traumata der Gesprächsteilnehmer/-innen buchstäblich nur durch unsere Körper zur Sprache kommen, enorm belastend.

Durch bewusst gesetzte Grenzen kann das Verinnerlichen von traumatischen Erzählungen Anderer vermieden werden. Wir lernen Strategien kennen, die uns in brenzligen Situationen helfen, unsere eigene Traumata selbstgesteuert deaktiviert zu lassen.

Burn Out wird durch extremen emotionalen und physischen Stress verstärkt. Wenn wir unsere eigenen Grenzen schützen, schützen wir uns davor auszubrennen und können diesen wunderbaren Beruf viele Jahre ausüben.
Daher widmen die Dozentinnen dem bewussten Umgang mit sekundären Traumata besondere Aufmerksamkeit. Gerade die mögliche Verletzlichkeit, die Mitglieder einer unterdrückten Kultur entwickeln können, lernen die Teilnehmerinnen als Ressource zu nützen und in innere Stärke zu transformieren. In dieser Stärke gedeiht Resilienz, Dialogfähigkeit und Integrität, grundlegende Eigenschaften zur Entwicklung von Professionalität, langfristigen beruflichen Erfolg und Freude an der Arbeit.

Isabella Rausch und Oya Ataman sind international erfahren und mehrsprachig. Um einerseits eine optimale Teilnehmerzahl zu erreichen,

die für die Gruppenarbeit nötig ist und andererseits den Teilnehmer/-innen die Reflexion mit Kolleginnen zu ermöglichen, die sie noch nicht kennen, wird das Seminar im gesamten deutschsprachigen Raum ausgeschrieben.

Die Seminarsprache ist DGS und orientiert sich auch an den individuellen Sprachen der Teilnehmerinnen ÖGS, DSGS und IS.