EFSLI 2025 – Pastel de Nata

#efsliconfrence2025

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Cristina Gil und ihr Team haben die diesjährige Konferenz in Lissabon organisiert. Sie zeigt im Video die Gebärde für die Nationalspeise Pastel de Nata. Die Ethnologie der Gebärde ist auch köstlich: Sie ist zurückzuführen auf Kinder, die die wabernde Vanillefüllung als “wie reingerotzt” zeigten – daher das Zuhalten eines Nasenflügels mit dem Daumen und der Flugbewegung der Rotze entlang des kleinen Fingers

Cristina Gil

WASLI 2023 sunumları indir

Deb Russell’dan: WASLI (işaret dili tercümanı dünya derneği) 2023 Kore de düzenlendi. Sunumları Ingilizce olarak bu bağlantıdan indirebilirsiniz. Bu kitapta, diğer seylerin yani sıra, Alman projesi sign4all‚i dünyaya tanıtan Alman Tabea Philipps’in konusmasini bulacaksınız. Güncel konuların tamamini icindekiler bölümünde bulabilirsiniz.

Veröffentlichung der Vorträge der 6. WASLI Konferenz in Korea 2023

Von Deb Russell: Unter diesem Link könnt ihr die Vorträge von WASLI auf Englisch downloaden. Darin findet ihr unter anderem den Vortrag von Tabea Philipps, die das deutsche Projekt sign4all dem Rest der Welt vorstellt. Die gesamte Palette an hochaktuellen Themen findet ihr im Inhaltsverzeichnis.

EFSLI Turin 2024 – Socializing

Der eigentliche Grund, warum ich so gerne bei EFSLI bin sind sowohl die Vorträge, als auch das Socializing und das Networking. Es macht mir solche Freude, die Kolleg:innen wiederzusehen! Silke Brendel-Evans, Juliane Rode und ich wohnten in einer schnuckeligen Altbauwohnung im Zentrum neben der besten Eisdiele der Stadt: Gelateria Siculo.

Sich wirklich zu sehen und sich zu unterhalten, das ist selten. Unsere Seelen leuchten auf in der Begegnung, einge-bettet in eine gleichermassen intellektu-ellen wie herzenswarmen Umgebung. Dabei hilft es, dass EFSLI stets vor der Kulisse der schönsten europäischen Städte stattfindet. Dieses Jahr sind wir in Torino – und ich komme sicher wieder zurück. Ich hatte das große Glück, dieses Jahr zum ersten Mal mit meiner Schwester Ajda Loncarevic hier zu sein. 

Oya und Ajda lächeln in die Kamera. Zwischen Ihnen ist ein Schild der Konferenz mit dem blauen Logo von ANIMU und "EFSLI Torino 2014"

Ajda ist als Networkerin für Verbavoice unterwegs und sagt über ihre Eindrücke: “Ich war beeindruckt, dass ich eine Community vorgefunden habe, in der ich mich gleich willkommen fühlte. Ich war mit meiner Kollegin da, die nicht DGS, geschweige denn IS kann, aber alle haben darauf Rücksicht genommen und beim Gebärden für sie mitgesprochen. Wir hatten besonders am Galatisch erleuchtende Gespräche, zum Beispiel darüber, dass es Gesten gibt, die in einem Land ganz schlimmen Tabugebärden ähneln und in einem anderen völlig ernsthaften Begriffen zugrundeliegen. Die Unterschiede im gesellschaftlichen Status der Profession in den jeweiligen Ländern sind so stark, habe ich da erfahren, weil an unserem Tisch allein schon Kolleg:innen aus fünf Ländern vertreten waren, die sowohl in der Forschung, als auch in der Praxis tätig sind. Es war ja mein Ziel, zu Netzwerken und einen Blick über den deutschen Tellerrand hinaus zu wagen. Unsere Arbeitswelt wird immer globalisierter, multilingualer, multimodaler und technisierter. Dienstleistungen zum Abbau sprachlicher Barrieren müssen diese Herausforderungen daher auch pro-aktiv angehen. Ich habe viel darüber erfahren, was Dolmetschende brauchen, um gut und gerne zu arbeiten. Ich möchte auf jeden Fall regelmäßig dabei sein.” Save the Date: 12. – 14. September 2025 EFSLI in Lissabon.

EFSLI Turin 2024 – Tag 2

Dr. Maya de Wit trägt vor über die Notwendigkeit für Dolmetscher:innen, sich stets fortzubilden “Eternally Qualified”. Empfohlene Literatur u. a. zur Ungleichheit zwischen Lautsprachen- und Gebärdensprachendolmetscher:innen ist Ester Monzo-Nebot und Maria Lomena-Galiano (ed): Toward Inclusion and Social justice in Institutional Translation and Interpreting: Revealing Hidden Practices of Exclusion, Routledge. Wir wollen zwar alle gute Qualität in unserer Arbeit erreichen, aber unterschiedliche beteiligte Gruppen haben unterschiedliche Prioritäten dafür, was Qualität überhaupt ausmacht. Taube Kund:innen finden Dolmetschkompetenz am wichtigsten, aber für unterschiedliche Settings gibt es unterschiedliche Prioritäten, denn bei Arztbesuchen ist Vertrauen das wichtigste, im Bildungswesen die Fähigkeit der Dolmetschenden sich anzupassen und im Arbeitskontext fundiertes Fachwissen zu haben. Hörende Kund:innen finden die Virtuosität den Lautsprachen am wichtigsten. Dolmetscher:innen selbst finden professionelle Einstellung und Virtuosität in Gebärdensprachen am relevantesten. Wie gehen wir in dieser Situation mit dem Thema Qualitätssicherung um? Wie adressieren wir diese in unseren Curricula? Im Vergleich der Europäischen Länder 2016 und 2020 stellen wir eine signifikante Zunahme von BA Studiengängen bei Abnahme von berufsbegleitenden Qualifikationen fest. Was ist nach dem Abschluss? Dazu macht Maya eine groß angelegte partizipative Umfrage, wer mehr darüber wissen möchte und auch teilnehmen möchte, abonniert am besten ihren Newsletter via Mayas Webseite.

Dc. Res. Yvonne Wedel und Dr. Rachel Mason von der Queen Margaret University in Edinburgh bieten einen berufsbegleitenden Master im Gebärdensprachdolmetschen an. Der ist komplett online, man hat aber eine Gruppe in der eigenen gebärdeten Arbeitssprache vor Ort. Der Zugang ist niederschwellig, was vorausgesetzte akademische Abschlüsse betrifft: Weder Abitur noch BA müssen nachgewiesen werden, lediglich 3 Jahre Berufserfahrung als Dolmetscher:in für gebärdete Sprachen. Allerdings muss man Englisch können, denn das ist die Unterrichtssprache. Für alle, die sich also weitere Qualifikation wünschen mit umfassenden Inhalten Weiterentwicklung von Schlüsselkompetenzen zu unserem Beruf, um sich auf den neusten Stand der Forschung bringen und sich daraufhin vielleicht zu spezialisieren oder dann sogar selber zu forschen, Dissertation zu machen, ist das ein tolles Angebot. Ein Modul (Semester) kostet 1090 Britische Pfund, Minimum sind 4 Semester in 2 Jahren, mehr darüber im Link oben.

Einblick in die Situation der Kolleg:innen in Polen gibt uns Dr. Aleksandra Kalata-Zawlocka und Kamila Skalska. Inspiriert von einem EFSLI Vortrag der Briten letztes Jahr haben sie einen Zensus gemacht, also eine Bestandsaufnahme von den jetzt arbeitenden Kolleg:innen erstellt anhand von Umfragen. Das belegte zum Beispiel, dass die meisten nebenberuflich arbeiten. Daher haben sie die Fortbildungspflicht auf die Bedürfnisse dieser Gruppe angepasst. Diese Fortbildungspflicht, die von drei Säulen getragen wird, ist verpflichtend: 1. für alle gleich, pro-aktive professionelle Entwicklung, 2. und 3. wahlweise, aktive Teilnahme in der Gehörlosengemeinschaft und Engagement im Berufsverband. Sie empfehlen allen nationalen Verbänden die Erstellung einer solchen Bestandsaufnahme.

Feierliches Abstempeln der Briefmarke gewidmet der Anerkennung der Italienischen Gebärdensprache LIS – Lingua dei Segni Italiana. Foto: Rosaria Marano, Vorsitzende des italienischen Dolmetscherverbänden ANIMU (es gibt übrigens fünf nationale Verbände) stellt die Briefmarke vor.

Prof. Jemina Napier und Prof. Alys Young aus Edinburgh: Das INForMHAA Projekt (sprich: info:ma) beschäftigt sich mit Dolmetschen in Begutachtungsverfahren für Zwangseinweisungen im Kontext des britischen Mental Health Acts von 1983. Dieses Gesetz regelt die Verfahren, die eingeleitet werden, wenn festgestellt wird, dass die betreffende Person eine akute und erhebliche Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt und als Konsequenz in eine psychiatrische Anstalt gegen ihre Willen  eingewiesen werden muss. Aber wie läuft diese Feststellung ab im Falle von gebärdensprachlichen Patient:innen? Immerhin werden diese Personen ihrer Selbstbestimmung beraubt während andere bestimmen, was gut für sie selbst sein soll. Bestimmend für einen Lösungsansatz im Umgang mit der Verantwortung innerhalb der hohen Zahl an Zwangseinweisungen ist interprofessionelle Zusammenarbeit. Dazu, ist ihr Fazit, brauchen alle beiteiligten ein Empowerment, ihre eigenen Bedürfnisse für eine gute Zusammenarbeit zu artikulieren. Hier sind die von ihnen zusammengestellten Ressourcen, um diese Zusammenarbeit zu lernen zum Runterladen.

Helen Volkes und Mark Berry aus Wales listen viele erfrischend-eingängige Beispiele zu Hearing Privilege, um uns dazu zu motivieren, uns nicht aus unseren Lorbeeren (fertige Abschlüsse) auszuruhen, und uns stets die Mühe zu machen, uns fortzubilden, um unseren Anschluss an die sich stetig verändernde – da blühend-lebendige – jeweilige Gebärdensprache(n) und Gehörlosencommuity nicht zu verlieren.

Fortbildung für Coda- und taube DolmetscherInnen 8. und 9. Juli 17

drittkultur„Drittkultur und Professionalität“
Mit Oya Ataman und Isabella Rausch in Berlin. Anmeldung hier.

am Sa. 08.07.2017 – 10:00 – 17:00 Uhr (1,5 Std. Mittagspause) am So. 09.07.2017 – 9:00 – 15:00 Uhr (1 Std. Mittagspause)

Dieses 2-tägige Wochenendseminar ist zugeschnitten auf CODA- und taube Dolmetscher-/innen. Miteinander reflektieren die Teilnehmer, was das Aufwachsen in der Taubengemeinschaft für sie als Dolmetscher mit sich bringt. Denn wer sich in der Zeit der persönlichen Reifung zwischen zwei oder mehreren Kulturen bewegt, erwirbt eine eigene, dritte Kultur. Je nach individueller Sozialisierung birgt diese Erfahrung Chancen und gleichzeitig Risiken. Seit Ruth van Reken und David Pollock 1999 das Phänomen der Third Culture Kids beschrieben haben, entwickelt sich eine globale Bewegung.

Die Berliner Gebärdensprachdolmetscherin Oya Ataman erweiterte van Rekens Beschreibung um Kindeitserfahrungen der Taubengemeinschaft. Durch Vorträge, in Einzel- und Gruppenarbeiten entdecken die Teilnehmer sich selbst im neuen Licht, erörtern und festigen im beruflichen Kontext unsere eigene Drittkultur. Ihre Wiener Kollegin Isabella Rausch leitet den psychotherapeutischen Teil des Seminars mit Übungen zur Reflexion und Auseinandersetzung mit sekundärem Trauma in unserem beruflichen Alltag. Zum Beispiel sind Settings, in denen Traumata der Gesprächsteilnehmer/-innen buchstäblich nur durch unsere Körper zur Sprache kommen, enorm belastend.

Durch bewusst gesetzte Grenzen kann das Verinnerlichen von traumatischen Erzählungen Anderer vermieden werden. Wir lernen Strategien kennen, die uns in brenzligen Situationen helfen, unsere eigene Traumata selbstgesteuert deaktiviert zu lassen.

Burn Out wird durch extremen emotionalen und physischen Stress verstärkt. Wenn wir unsere eigenen Grenzen schützen, schützen wir uns davor auszubrennen und können diesen wunderbaren Beruf viele Jahre ausüben.
Daher widmen die Dozentinnen dem bewussten Umgang mit sekundären Traumata besondere Aufmerksamkeit. Gerade die mögliche Verletzlichkeit, die Mitglieder einer unterdrückten Kultur entwickeln können, lernen die Teilnehmerinnen als Ressource zu nützen und in innere Stärke zu transformieren. In dieser Stärke gedeiht Resilienz, Dialogfähigkeit und Integrität, grundlegende Eigenschaften zur Entwicklung von Professionalität, langfristigen beruflichen Erfolg und Freude an der Arbeit.

Isabella Rausch und Oya Ataman sind international erfahren und mehrsprachig. Um einerseits eine optimale Teilnehmerzahl zu erreichen,

die für die Gruppenarbeit nötig ist und andererseits den Teilnehmer/-innen die Reflexion mit Kolleginnen zu ermöglichen, die sie noch nicht kennen, wird das Seminar im gesamten deutschsprachigen Raum ausgeschrieben.

Die Seminarsprache ist DGS und orientiert sich auch an den individuellen Sprachen der Teilnehmerinnen ÖGS, DSGS und IS.